Anerkennungspreisträger der Stadt Zürich, 2013, Bereich Theater

 

 

 

 

 

Season 01

S01E01 REC

S01E02 Süsse Träume

S01E03 Lange Schatten

 

Abstract

Hinter den Exponaten einer Ausstellung tobt ein existentieller Machtkampf: Eben noch hatte der Neurologe Jakob Greif im Auftrag des Live-Science-Giganten LIMES nach Methoden gesucht, das menschliche Bewusstsein vom Körper zu isolieren. Nun ist er tot – unter ungeklärten Umständen.

Eine Spur führt über seinen Lebenspartner Veit Malleau zu der gemeinsam mit ihm erarbeiteten Videoinstallation ‹REC›. Die Galeristen des Center of Narrative Gravitation (CONG), in deren Auftrag die Videoarbeit entstanden ist, nehmen sich dem Nachlass von Jakob Greif an.

Zwischen den Fronten von LIMES und CONG droht Veit zu zerbrechen: Was künstlerisches Werk, Wahnvorstellung oder wissenschaftliche Erkenntnis ist, vermischt sich zunehmend. Das queere Beziehungsdrama nimmt eine Wendung nach innen und radikalisiert Vorstellungen von Liebe. Es fragt, wie ein «Ich» im Gegenüber aufgehoben sein kann.

So führt MEMETUUM PLEX das Publikum mit den Protagonistinnen auf eine Suche nach dem menschlichen Wesenskern, von den gläsernen Büros der Pharmaindustrie durch den Kunstbetrieb bis in die Minenschächte Asiens.

Über drei Episoden wird eine Welt am Rand des Denkbaren entwickelt, vier Darstellerinnen hauchen ihren zwölf Figuren psychologische Tiefe ein und verknoten die Netze zwischen eigenem und fremdem Bewusstsein ungeahnt neu.

Mit MEMETUUM PLEX stellt der Autor Christoph Rath eine Kreuzung aus bildender Kunst, Fernsehserie und Schauspiel vor: Die Live-Serie entwickelt ihre Plots im Rahmen einer Ausstellung. Erzählstränge gehen aus den Exponaten hervor – und werden von diesen unerwartet neu verknüpft.

So wie Kunstschaffende und Naturwissenschaftlerinnen in der Story um die Kontrolle der menschlichen Eigenart ringen, ringt die Erzählung mit ihren Erzählmöglichkeiten: Wie liesse sich Menschliches überzeitlich transportieren? Welche Daseinsform kann dem Tod die Stirn bieten?

 

 

Schauspiel: Nicolas Batthyany, Manuel Bürgin, Anna-Katharina Müller und Ursula Reiter, Gast: Nikolai Bosshardt

Dramaturgie: Tim Zulauf

Bühnenbild: Peter Meier

Licht: Michael Omlin

Video: Guido Henseler

Musik: Andrea Brunner

Sound: Moke Klengel

Art-Runner: André Tschinder

Maske: Alexandra Scherrer und Erich Müller

Grafik: Michael Brauchli und Roland Brauchli

Fotografie: Andreas Lehner

Produktionsleitung: Eva-Maria Bertschy

Text und Regie: Christoph Rath

 

 

Eine Radiokritik von SRF2 Kultur:

 

 

Unterstützt durch:

Stadt Zürich Kultur, Kanton Zürich Fachstelle Kultur, Fondation Nestlé pour L'Art, Schweizerische Interpretenstiftung, Werner H. Spross-Stiftung,

Georges und Jenny Bloch Stiftung und Südpol Luzern